Freitag, 4. Mai 2012

Do it yourself: Muttertagsspecial

Am 13. Mai ist Muttertag. Anlass, für die kleinen Künstler wieder einmal aktiv zu werden. Eine passende Geschenkidee liefert uns die treue Kultussen-Leserin M.L. aus B.: Ihre Tochter zeichnete ein Kunstwerk, das auf Leinwand aufgezogen und anschliessend bunt ausgemalt wurde:


Kinder können natürlich auch zu kleinen Thomas Hirschhorns werden und Gegenstände ihrer Wahl kunstvoll mit Klebeband verpacken:


Oder sie lassen sich eine gelungene Zeichnung einrahmen, die dann zum Beispiel das elterliche Arbeitszimmer schmücken kann:


Der Folkloretrend hält an - warum also nicht wieder einmal einen schönen Scheerenschnitt machen?


Ein Schmuckschätelchen mit ornamentaler Lackschicht basteln?


Oder - wer noch welche vom Herbst übrig hat - eine Skulptur aus Kastanien zusammenstecken?

(Bild: www.bettinet.de)

So oder so, die Kultussen wünschen ihren kleinsten Fans viel Spass beim Baseln - äh, Kunst schaffen!

Mittwoch, 2. Mai 2012

Impressionen Artstadt Bern

Am Freitag und Samstag 27. und  28. April haben etwa 4000 Personen die "ArtStadtBern" besucht. 40 Künstler haben 20 verborgene Räume mit Ihrer Kunst bespielt. Den Besuchern boten sich ungewohnte Einblicke in Wohnungen, Büros, Innenhöfe, Kellerräume sowie in eine Krypta und in einen Yogaraum.
Natürlich streiften auch die Kultussen um die schönen Sandsteinhäuser. Hier die Beute und die Leute, die wir dabei trafen:


Alles fing an in einem ziemlich heruntergekommenen Haus in der Rathausgasse...


Die steile Treppe brachte uns fast zu Fall. Doch wir trippelten anmutig und mutig bis in den Estrich.


Dort angekommen, hiess man uns "Denken". Doch David Chénais Denkmaschine funktionierte bei uns nicht so richtig. Oder ging uns vielleicht in diesem Moment einfach nur zu viel Hohles durch den Kopf? K.B aus B. bekommt von solcher Kunst "Bibeli". Das ist uns zum Glück erspart geblieben.


Sbitis auf Packpapier gemalte Kunst ist hingegen längst Kult....


Doch wir wurden ständig durch lustige Volkskunst im selben Treppenhaus abgelenkt.


In einem anderen Treppenhaus in der Kramgasse wurde es märchenhaft goldig: Gildas Coudrais präsentierte seine "Bouteilles de vin d'artistes".


Und weil für die Kultussen der Grundsatz gilt "Alles was glänzt, ist Gold" näherten wir uns andächtig dieser hübschen Installation.


Gildas Coudrais posierte mit einem feundlichen Lächeln, machte aber keine Anstalten den Sommelier für uns zu spielen. Wer den nicht ganz billigen Wein kaufte (150 Franken), erhielt durch das Scannen der Etikette Zugang zu Kunsfilmen des Franzosen. Wir sind mit trockener Kehle weitergezogen...


Und landeten mitten in einem Kellerloch, wo eine goldene Kordel uns den Weg versperrte. Und wie sagten wir doch gleich - wo Gold ist, ist ein Weg.


Doch im goldenen Licht hinter der goldenen Kordel durfte sich nur der Goldjunge Kaspar Bucher, der Künstler der Installation "All Obstacles Should be Removed! Thats no Obstacle!", aufhalten. Die von ihm angebrachten Bretter könnten leicht zur heimtückischen Falle werden, meinte er. Wir wünschten ihm viel Spass bei seinen "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" und stöckelten Richtung Schlachthaus.


Oh Schreck ein Bein! Mohéna Kühnis & Sara Rassoulis installative Arbeit "Carcasses", die auf die blutige Vergangenheit des Schlachthauses anspielte, liess uns erschaudern und kurz über die Option "Vegetarismus" nachdenken. Sollten wir jetzt, wo wir endlich über ein tiefgründiges Thema nachdachten, zurück zur Denkmaschine gehen? Nö... wir gingen nach Hause und brieten uns ein Kobe Beef... eh Tofu-Steak, natürlich.

Juhuu ein Uhu


Diese Eule entdeckten wir nachts am Loryplatz . Ob sie tagsüber wohl schläft?

Museumspersonal im Fokus VIII: Die Assistenzsassas

Der Weg zum Erfolg ist entbehrungsreich, oder wie lautet noch mal das Sprichwort? Auf Assistenzkuratoren trifft es jedenfalls zu: Zuerst leben sie für das Studium, später für die Dissertation, und zehren während zehn Jahren entweder vom Geld der Eltern oder vom Einkommen aus Kellnerjobs oder Assistenzstellen für cholerische Professoren. Dann, wenn sie über dreissig Jahre alt sind und ihre Freunde aus Schulzeiten bereits das Eigenheim bezogen und eine dreiköpfige Familie gegründet haben sowie zum mittleren Kader aufgestiegen sind, bewerben sie sich für ihren ersten richtigen, unterbezahlten Job. Dieser führt nicht selten in ein kleines Museum, wo sie sich zwar mit dem Titel „Assistenzkurator“ brüsten können, aber so wenig mit Ausstellungsprojekten zu tun haben, wie ein Florist mit der Urwaldaufforstung: Sie koordinieren Presseanfragen, besorgen den Wein für die Vernissagen, erledigen Botengänge, kontrollieren, ob die Bilder gerade hängen, und verhätscheln die exzentrischen Kunstschaffenden. Schliesslich, wenn sie sich die Sporen genug abverdient haben, dürfen sie endlich richtig kuratieren – und zusehen, wie ihre Vorgesetzten an den Vernissagen die Lorbeeren ernten.

Montag, 30. April 2012

Do it yourself: Hommage an David Weiss

Am Freitag ist der Künstler David Weiss vom Künstlerduo Fischli/Weiss 65-jährig gestorben. Ihm und seiner Wurstserie - der ersten gemeinsamen Arbeit mit Peter Fischli - widmen wir das heutige Do it yourself. Alles, was wir dazu brauchen, ist frischer Aufschnitt:


Und schon können wir eine fleischige Schönheitsparade veranstalten:


Samstag, 28. April 2012

R.I.P. David Weiss

Am Freitag ist der 65-jährige Künstler vom Duo Fischli/Weiss an Krebs gestorben. Zusammen haben Peter Fischli und David Weiss unvergessliche Werke geschaffen, die sie zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern weltweit gemacht haben:



Und hier ein Nachrichtenbericht zur Retrospektive, die 2007 unter dem Titel "Fragen und Blumen" im Kunsthaus Zürich stattgefunden hat:

Mittwoch, 25. April 2012

Los Carpinteros - alles andere als Holzköpfe


Aus welchen Holz sind wohl Künstler geschnitzt, die sich Los Carpinteros (Spanisch für "Die Schreiner") nennen, holzt sich die Kultusse, während sie über die Holzbrücke in Thun zum Kunstmuseum holzt und dabei das holzige Holzdach mit dem iPhone holzt.


Die beiden Kubaner Marco Castillo und Dagoberto Rodriguez präsentieren in der Einzelausstellung "Silence your Eyes" neuste Arbeiten.


Anfangs bestanden ihre Werke tatsächlich oft aus Holz oder Recyclinggut. Heute lassen sie die meisten ihrer verfremdeten Alltags- oder Designobjekte, die rasch ins Subversive kippen, von Dritten herstellen. Wie diese Installation mit "schmelzenden" Musikinstrumenten.


Oder diesen typisch amerikanischen Grill in der Form eines Sternes, wie man ihn auf der kubanischen Flagge vorfindet.


Oder auch die zum ornamentalen Objekt drapierten und verzerrten Schwimmflossen...


...welche die Streifen auf Helen Hirschs (Direktorin Kunstmuseum Thun) Hemd aufzunehmen scheinen.


Unser Favorit: Die 16 Meter lange Installation aus durchlöcherten Fracks. Eine Auseinandersetzung mit der Gleichmacherei, die in sozialistischen Staaten häufig praktiziert wird.


Vorteil: Bei dieser Arbeit haben auch Holzköpfe garantiert den künstlerischen Durchblick.

Ausstellung: Bis am 8. Juli 2012 im Kunstmuseum Thun. Vernissage: Freitag, 27. April, 18.30 Uhr. http://www.kunstmuseumthun.ch/

Dienstag, 24. April 2012

Wo bitte gehts zur Abegg-Stiftung?

Die Kultusse dachte, es wäre eine gute Idee, über Land zur Abegg-Stiftung zu fahren. Schliesslich bietet die Autobahn nicht gerade viel für das kunstverliebte Auge.

Doch je tiefer die Kultusse ins Landesinnere vordrang, umso unsicherer war sie sich des Weges. Auf einer kurvigen 80-Stundenkilometer-Strecke balancierte sie das Smartphone auf dem Oberschenkel und beobachtete mit einem Auge, in welche Richtung sich der blaue, blinkende Punkt auf der Strassenkarte bewegte. Da jedoch die Karte auf dem Display nicht geladen wurde (in der Stadt wäre so etwas ja nie passiert! :-) und sich die Kultusse auch noch den falschen Ortsnamen memorisiert hatte, nahm sie erst einmal die falsche Abzweigung.


Die nette Dame bei der Abegg-Stiftung half per Telefon weiter. Und tatsächlich - bald schon tauchte das alles klärende Strassenschild auf.


Trotzdem schaffte es die Kultusse, erst noch in ein verschlafenes Wohnquartier einzubiegen, das in einer Sackgasse mündete.


Am Ende erreichte sie dann doch noch die Abegg-Stiftung. In einer idyllischen Landschaft gelegen steht der abgerundete Sechzigerjahre-Bau:



Aber eigentlich geht es der Kultusse ja nicht um Verkehrsberichterstattung oder Architektur, sondern um die Textilkunst, die in der neuen Sonderausstellung gezeigt wird. Es handelt sich um mittelalterliche Kirchentextilien aus Europa. Die Ausstellung unter dem Titel "Ornamenta" läuft vom 29. April bis am 11. November und ist täglich geöffnet.

(Bildrechte: Abegg-Stiftung, Foto: Christoph von Viràg)

Damit Sie das Museum schneller finden als die Kultusse: hier ist der Wegbeschrieb.

PS: Die Kultusse hätte sich gar nicht erst verfahren, wenn sie nicht Rüeggisberg notiert hätte. Die Abegg-Stiftung steht nämlich in Riggisberg. Rüeggisberg ist aber auch einen Ausflug wert, da steht nämlich eine tolle Klosterruine. Der nächste Ausflug der Kultusse führt dann wohl dorthin...

Montag, 23. April 2012

Mich laust die Fledermaus


Wer schläft denn da? Eine Fledermaus an der Decke in der Galerie Christine Brügger. Das Tier von Künstler Rochus Lussi ist aus Holz geschnitzt und Teil der Installation "nachtwärts".


Und hier noch ein waches, grinsendes Exemplar.

Ausstellung: bis am 28. April, Galerie Christine Brügger, Kramgasse, Bern.

Sonntag, 22. April 2012

Unfreiwillige Kunst im Fels

Manchmal "zeichnen" Felsen und Bäume die schönsten Gesichter - wie jenes vom Hardermannli bei Interlaken: